Der Konsum eurer Sportinhalte wird immer digitaler

Ob Bundesliga oder Kreisliga: Eines der Hauptmotive zum Konsum der Sportinhalte ist die Ablenkung vom Alltag. Früher lief den ganzen Tag der Fernseher, heute findet die Zerstreuung digital statt. Selbst beim Fernsehkonsum dient das Smartphone noch als „Second-Screen“. Man kommuniziert gleichzeitig mit Freunden, während parallel im Fernsehen ein Spiel läuft. Die Relevanz und Reichweite von Tageszeitungen nimmt sowieso massiv ab.

Aber: Digital ist nicht gleich digital. Die Nutzung aller Inhalte und damit auch der Sportinhalte verlagert sich immer weiter hin zu mobilen Geräten. Weg vom Desktop. Zwischen 70 und 75 Prozent des Internetkonsums findet heutzutage auf dem Smartphone statt. Tendenz steigend. Menschen verbrachten 2011 etwa 48 Minuten täglich vor dem Smartphone. 2017 waren es bereits 3:17 Stunden. Die Desktop-Reichweiten sind in dieser Zeit leicht rückläufig.

Die eigene Vereinshomepage gerät damit zunehmend in den Hintergrund, wenn sie nicht mobil optimiert ist. Auch, weil viele Vereine ihre Fans in den letzten Jahren dazu gebracht haben, die Informationen über den Facebook-Vereinskanal zu beziehen. Mit diesem Problem stehen die Vereine aber nicht alleine da. Nahezu alle Medienmarken haben den gleichen „Fehler“ gemacht und auf der Jagd nach der größtmöglichen Reichweite dafür gesorgt, dass ihre Inhalte primär über Facebook konsumiert werden. Inzwischen kommt in Deutschland Instagram dazu, was weiter auf dem Vormarsch ist.

Für den Verein ist das jedoch das kleinere Problem. Medienmarken müssen sich über Werbung finanzieren und brauchen die Leser auf ihrer Seite. Für Vereine geht es nur darum, die größtmögliche Zahl an Menschen zu erreichen. Der Kanal ist sekundär, sofern die eigene Homepage nicht vermarktet wird. Was aber im Amateursport so gut wie nicht passiert und angesichts der Reichweiten derzeit auch keinen Sinn ergäbe.

Das lernen Vereine und Sponsoren daraus:

Wer seine Fans und Mitglieder heutzutage erreichen will, der muss sie erstens online erreichen und zweitens auf den Mobilgeräten. Das ist eine enorme Chance für den Amateursport. Zum ersten Mal ist er nicht darauf angewiesen, dass jemand anderes über ihn berichtet und ihm Reichweite verschafft. Eine Chance auf TV-Präsenz war nahezu ausgeschlossen und auch im Lokalsport der Tageszeitung war kein Platz für alle Sportarten und Veranstaltungen.

Das unendliche Internet kennt keinen Platzmangel – und es kennt keine Sortierung in relevante und irrelevante Leistungsklassen und Sportarten. Etablierte Platzhirsche wie der (Profi-)Fußball haben darunter vielleicht zu leiden – für den Amateursport ist es eine große Chance, Fans direkt zu unterhalten und zu informieren.

In Zeiten von moderner Smartphone-Technologien, günstiger Software und Reichweite dank Social Media werden Marken zunehmend zu Medien. Und Vereine werden es auch. Da jedoch alle 90.000 Sportvereine in Deutschland die gleiche Chance haben, sich zu präsentieren, kommen neue Herausforderungen auf die Vereine zu: Wie wird man im Informationsdschungel gefunden und wahrgenommen?