König Fußball muss sich mit Youtube, Netflix und Co messen

Andere Entertainment-Angebote laufen dem Sportkonsum als Zeitvertreib Stück für Stück den Rang ab. Das bestätigte jetzt die Sportbusiness-Studie der SPOAC. Demnach verbringen 14- bis 18-Jährige pro Woche durchschnittlich etwa 17 Stunden mit digitalen Medien und damit doppelt so viel wie die Generation der 36- bis 56-Jährigen. Der Konsum von Sportinhalten nimmt dabei jedoch ab.

Gleichzeitig wird deutlich herausgestellt, dass der Sport etwas schafft, was andere digitale Freizeitangebote nicht schaffen: Emotionen gemeinschaftlich erleben und mit Freunden und der Familie teilen. „Es gilt, ein Auge für Trends aus anderen Entertainment-Bereichen zu haben und diese für den Sport zu adaptieren, um langfristig nicht ins Hintertreffen zu geraten“, heißt es in der SPOAC-Studie.

Das lernen Vereine und Sponsoren daraus:

Die Jugend konsumiert weniger lineare TV-Inhalte und liest kaum noch Tageszeitungen, sondern unterhält sich mit Streaming-Diensten und Social-Media-Kanälen. Wer bislang selten bis gar nicht in den etablierten Medien aufgetaucht ist, hat durch die Digitalisierung jetzt die Chance, seinen Verein und Sport sichtbarer zu machen. Vor allem der Amateursport kann dadurch aus dem Schatten der Profis heraustreten.

Vereine müssen dort präsent sein, wo die Jugendlichen ihre Zeit verbringen: in den digitalen Kanälen. Das gleiche gilt für die Vereinssponsoren. Wenn kaum mehr als 100 Zuschauer am Spielfeldrand stehen, aber tausende Interessierte online erreicht werden, muss die Sponsoring-Strategie darauf ausgerichtet werden.

Und die Art und Weise, wie man sich als Verein darstellt, muss modernisiert werden. Vorbei sind die Zeiten von Schaukasten, Stadionheft und DIN A4 – langer Spielberichte. Junge Menschen konsumieren zumeist kurze und optisch ansprechende Inhalte, aufbereitet für die Besonderheiten des jeweiligen Social-Media-Kanals.

Und noch etwas dürfen Vereine nicht unterschätzen: Sie befinden sich längst im Wettkampf mit anderen Entertainment-Angeboten um die Gunst der jungen Menschen. In Zeiten von Netflix, Youtube, Twitch oder Facebook muss sich der Amateursport von seinem verstaubten Image befreien, um spannend zu bleiben.