Mehr als nur eine Spende

„Wir sind Verein A und brauchen XYZ.“ Anfragen dieser Art flattern permanent rein in die Postfächer der lokalen und regionalen Unternehmen. Ob gewollt oder nicht: viele Vereine degradieren das Sponsoring damit zur Spende. Es wird dann noch hinterhergeschoben, dass man natürlich eine Spendenquittung erhalte. Vielen Dank!

Sponsoring ist im Gegensatz zur Spende jedoch eine Partnerschaft, die auf Leistung und Gegenleistung beruht. Eine Investition innerhalb des Marketing-Mix der Unternehmen. Spoyou hat im November und Dezember 2017 mit zahlreichen regionalen Unternehmen gesprochen und es wurde sehr deutlich, dass die mangelnden bis fehlenden Gegenleistungen höheren Sponsoring-Budgets im Wege stehen. Oder Firmen sogar gleich davon abhalten, als Sponsor aktiv zu werden. Dabei sind Unternehmen in der Regel sehr gerne bereit, sich zu engagieren. Zu verschenken haben sie jedoch nur selten etwas und benötigen einen Gegenwert.

Was in den Gesprächen mit den Unternehmen aufgefallen ist: Vor allem der Fußball hat es sich in Deutschland gemütlich gemacht und einige Vereinsvertreter halten es für selbstverständlich, dass ein lokales Unternehmen a) Sponsor ist und b) natürlich im Fußball, wo denn sonst? Andere Sportarten gehen zum Teil erheblich respektvoller mit ihren Sponsoren um, was sich in engen Beziehungen widerspiegelt und auch das eine oder andere Reichweiten-Defizit wettmacht.

Das lernen Vereine und Unternehmen daraus:

Sponsoring ist eine Partnerschaft, die auf Leistung und Gegenleistung beruht. Es ist keine gottgegebene Selbstverständlichkeit, dass Firmen den Sport einfach so unterstützen. Amateurvereine vernachlässigen das oft oder leben in dem Glauben, der Handschlag bei der Übergabe der Trikots und ein Foto auf Facebook würden schon genügen. Vielleicht wird noch das Sponsoren-Logo auf der Sponsoren-Übersicht der Vereins-Homepage versprochen: nachweislich der Ort, wohin sich kein Fan verliert. Wirkung: Null.

Unternehmen sollten Vereine jedoch nicht alleine lassen mit der Frage nach der angemessenen Gegenleistung. Die Vereine können nur leisten, wenn sie wissen, was der Partner benötigt. Hier besteht Verbesserungsbedarf. Die Unternehmen sind gefragt, sich klare Sponsoring-Ziele zu setzen und diese deutlich zu kommunizieren. Vereine besprechen diese Ziele dann gemeinsam mit den Unternehmen und planen die konkrete Umsetzung. Je konkreter das Unternehmens-Ziel, desto besser können Vereine an der Umsetzung arbeiten.