Wie sieht der Sportverein der Zukunft aus?

Die Zukunftsforscherin Anja Kirig (hier geht es zu ihrer Webseite) hat auf dem Forum Sportkanton Zürich einen interessanten Vortrag dazu gehalten wie der Sportverein der Zukunft aussehen könnte. Ihr Fazit: Die Vereinslandschaft wird sich verändern. Vereine müssen sich neu aufstellen können, um den Herausforderungen der Moderne gerecht zu werden.

Schon immer gab es bei den Mitgliederzahlen einen Knick in der Altersstruktur. Fast alle Kinder treiben irgendeinen Sport im Verein. Und im hohen Alter spielen Vereine als soziale Institution eine wichtige Rolle, um gesellschaftlich aktiv zu bleiben. Dazwischen gibt es die 30- bis 50-Jährigen. Hier bleibt aufgrund von Arbeit und Familie immer weniger Zeit für Vereinssport. Dieser Trend verschärft sich aktuell. Der Sportverein der Zukunft muss das im Auge behalten.

Denn es kommt immer häufiger hinzu, dass viele Menschen Sport dann treiben wollen, wenn sie die Zeit dafür haben. Und nicht unbedingt Dienstag- und Donnerstagabend, wie es der Standard-Fußballkalender vorsieht. Individueller Freizeitsport statt Vereinssport.

Geht es nach der Zukunftsforscherin Kirig, geht es beim Sport zunehmend um Lebensqualität – und weniger um Konkurrenz oder Leistung. Unternehmen würden Vereinssport bei diesem Thema vielleicht sogar noch mehr unterstützen als nur nach Leistungskriterien. Vielleicht seien sogar Kassenleistungen möglich. Jedenfalls gibt es hier die großartige Chance, dass der Vereinssport die Nähe zu den regionalen Unternehmen suchen und nutzen kann. Ob Sponsoring dann noch der richtige Begriff sein wird? Vielleicht werden es auch Partnerschaften.

„Jeder Verein sollte sich deshalb überlegen, wo seine Stärken liegen und was er künftig anbieten will“, so Kirig. Ihre These: Die Leute kommen immer weniger zum Sport, also müsse der Sport zu den Leuten. Also zur Schule, zum Arbeitsplatz, ins Krankenhaus oder sogar nach Hause. Vereine könnten diese „Leistungen“ aufgrund der etablierten Strukturen (Erfahrung, Trainer, Material etc.) am besten anbieten. Wichtig sei, dass die Vereine in diesem Szenario nicht mehr nur isoliert arbeiten. Sondern sich vernetzen. Mit Sportanbietern, Gemeinden, Unternehmen, Experten und auch Krankenkassen. Sport ist ein Standortfaktor – warum sollten Vereine nicht noch enger mit Gemeinden und Unternehmen zusammenarbeiten?

Noch etwas spielt eine wichtige Rolle: die Kommunikation der Vereine wird immer wichtiger. Vereine werden es sich nicht mehr leisten können, auf soziale Medien zu verzichten. Hier wird über Angebote ebenso kommuniziert wie über Projekte. Auch Mitglieder werden zunehmend online gewonnen.

Wir von Spoyou finden, dass einige spannende Ansätze in diesen Szenarien stecken. Dass die digitale Präsenz der Vereine immer wichtiger wird, darüber informieren wir euch täglich. Darüber hinaus gibt es viele weitere Bereiche des Vereinslebens, die von der Digitalisierung berührt werden. Besonders spannend finden wir die Weiterentwicklung des Sponsorings hin zu nachhaltigen Partnerschaften zwischen Vereinen, Gemeinden und Unternehmen, bei denen es um mehr als nur Geld geht.